Drama, Baby!

Südhessen-Derby, »Do or die«-Spiel, we call it a Klassiker: Am kommenden Samstag treten die Rüsselsheim Royals in Langen zum Kampf um den Klassenerhalt an. Schon jetzt steht fest, dass die Partie nichts für schwache Nerven sein wird.

Kommt ein Schläger geflogen: Schon in der Vorrunde legten sich beide Teams  in Langen mächtig ins Zeug. Foto: Swoboda
Kommt ein Schläger geflogen: Schon in der Vorrunde legten sich beide Teams in Langen mächtig ins Zeug. Foto: Swoboda

Die Rüsselsheim Royals treffen in der letzten Play-Down-Runde auf die Langen White Wolves. Ein traditionelles hessisches Inlinehockey-Derby wird also darüber entscheiden, welchen der beiden Vereine das Abstiegsgespenst am Ende in die Tiefe reißt. Nun könnte man sich in Galgenhumor flüchten, Phrasen und Floskeln zum Besten geben oder gar Vergleiche mit dem tristen und grauen Herbstwetter anstellen, um die nervenzerreißenden Momente zu beschreiben, die den Royals gegen das Wolfsrudel bevorstehen. Das ändert jedoch rein gar nichts.

Schließlich ist es ganz einfach: Am Ende zählt nur noch ein Sieg, sonst nichts. In der letzten Play-Down-Runde gibt es nämlich keine weitere »Best-of-Three«-Serie. Vielmehr haben beide Mannschaften nur ein letztes Spiel, um die Sache zu regeln. Es geht als sprichwörtlich um die Wurst. Diese Feststellung lässt einen natürlich keine Purzelbäume schlagen, oder gar in Euphorie verfallen — und wenn es dann auch noch gegen eine Mannschaft geht, mit der man eigentlich gut auskommt und wo die einen oder anderen freundschaftlichen Bande zwischen Spielern geknüpft sind, macht es irgendwie noch weniger Spaß, über diese Ansetzung zu schreiben.

 

Genügend Chancen, diesem finalen Schlagabtausch aus dem Weg zu gehen, gab es genügend, doch leider scheiterten Langen und Rüsselsheim in der ersten Play-Down-Runde an ihren Gegnern. Langen zog gegen die Pinguine Baunatal den Kürzeren, die Royals strichen gegen die zweite Mannschaft des ISC Mannheim die Segel.

 

Duell der Topscorer


Jetzt, in der allerletzten Saisonphase, wird es also nochmal richtig eklig — und mit Sicherheit auch ziemlich dramatisch. Soviel steht schon jetzt fest. Schließlich sind beide Mannschaften in etwa gleichstark einzuschätzen. In den beiden Vorrunden-Spielen zwischen Rüsselsheim und Langen verließ jeweils der Gastgeber das Feld als Sieger. Am Langener Waldschmwimmbad setzte sich der REC nach einer hart umkämpften Partie knapp mit 7:6 gegen die Royals durch.

 

Im Rückspiel kamen die Wölfe am Rüsselsheimer Sommerdamm mit 4:13 böse unter die Räder, mussten dabei aber auch auf ihren alles überragenden Spielmacher Sascha Fischer verzichten, der in der laufenden Saison bislang satte 55 Scorerpunkte erzielt hat. So einen Typen hat allerdings auch der RRSC in seinen Reihen, und der hört auf den Namen Tim Bornhausen. Der Blondschopf hat bislang 49 Punkte auf der Habenseite verbucht und steht seinem Kontrahenten in nichts nach.


Weitere fleißige Scorer haben beide Teams zusätzlich zu bieten. Während Steffen Schnürer (42 Punkte) und Marian Artelt (39 Punkte) auf Langener Seite äußerst erfolgreich agieren, verfügen die Royals mit Stefan Hellmich, der ebenfalls die 30-Punkte-Marke geknackt hat, über einen weiteren Spieler, der den Weg zum gegenerischen Kasten wie seine Westentasche kennt.

 

Langen erzielt mehr Tore, Rüsselsheim kassiert weniger Treffer

Die Ansetzung zeugt auf den ersten Blick von Ausgeglichenheit. Das verdeutlich vor allem der Blick in die Statistik. Während Langen 89 Treffer in der Vorrunde erzielte, kommen die Opelstädter auf 81 Torerfolge. Die beiden Abwehrreihen trennen insgesamt 33 Treffer. Der RRSC musste 121 Gegentore hinnehmen, Langen bekam 154 Eier ins Netz gelegt. Die Tabelle weist die beiden Mannschaften als direkte Nachbarn aus. Rüsselsheim wurde Letzter, die Wölfe landeten auf dem vorletzten Platz. Das ist der Tatsache geschuldet, dass das Wolfsrudel exakt einmal mehr das Feld in der ersten Saisonphase als Sieger verließen. Mehr Keller geht also kaum noch.

Volle Konzentration: Janik Schwedler. Foto: Lütge
Volle Konzentration: Janik Schwedler. Foto: Lütge

Was dürfen die Zuschauer am Samstag erwarten? Janik Schwedler rechnet jedenfalls mit einer unglaublich spannenden Partie. »Ich denke, es ist das Spiel des Jahres. Eine Partie, die jeder Sportler liebt. Ein »Do or die«-Spiel! Dass wir kein Heimrecht haben, macht die Sache nicht leichter, und es ist auch schade, dass so ein Spiel erst so spät im Jahr stattfindet. Viele Spieler sind bereits auf dem Eis. Dazu ist mal wieder Urlaubszeit. Ich denke, beide Mannschaften müssen daher auf einige Spieler verzichten. Dennoch werden wir alles geben. Mit Langen haben wir jedenfalls einen spannenden Gegner erwischt. Verpassen sollte das keiner! Wer keine schwachen Nerven hat, sollte sich das nicht entgehen lassen«, sagt der 25 Jahre alte Royals-Kapitän im Vorfeld mit einem Grinsen im Gesicht.

 

Genug der Worte, es ist angerichtet. Auf dem Langener Hockeyplatz werden die beiden Kontrahenten am kommenden Samstag die Karten auf den Tisch legen. Nervenkitzel ist jedenfalls garantiert, wenn es zum ultimativen Showdown kommt. Schließlich wird ein Team am Samstag im Waldschwimmbad baden gehen. Do or die! (swo)

 

Info: Das Spiel findet am Samstag (14.10.2017) statt. Austragungsort ist der Hockeyplatz in Langen. Eine Anfahrtsbeschreibung findet ihr hier. Bully ist um 16.00 Uhr.


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