Abstiegs-Endspiel: Großer Kampf wird nicht belohnt

Ende, Aus, Abstieg: Für die Rüsselsheim Royals ist das Abenteuer Oberliga nach nur einer Saison beendet. Nach der Niederlage im alles entscheidenden Play-Down-Spiel bei den Langen White Wolves geht es für den RRSC wieder eine Liga tiefer.

 

Während die Spieler der Langen White Wolves den Sieg bejubelten, klatschten sich die sieben wackeren Rüsselsheimer nach der Schlusssirene ab. Sechzig schweißtreibende Minuten lagen hinter dem letzten Aufgebot — und leider durfte das Team die Heimreise nicht mit einem Sieg im Gepäck antreten.

 

Die Geschichte des Spiels ist mal wieder nichts für schwache Nerven. Schon im ersten Viertel ging es ordentlich zur Sache. Auf der kleinen Spielfläche in Langen standen die beiden Torhüter von Beginn an unter Dauerbeschuss. Die beiden Kellerkinder lieferten sich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Man merkte aber schon in dieser frühen Phase, dass Langen vor dem Kasten einen Tick gefährlicher agierte. Dennoch trennte beide Teams zum Pausentee gerade einmal ein Tor. Das erste Viertel endete mit einem 1:2-Rückstand aus Rüsselsheimer Sicht.

 

Tiefschlafphase wird bestraft

 

Was dann geschah, zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Die Royals präsentierten wieder einmal eindrucksvoll ihre beiden Gesichter. Im zweiten Viertel wirkte es so, als wäre der gesamten Rüsselsheimer Truppe in der Pause der Stecker gezogen worden. Während im Spiel nach vorne die letzte Konsequenz fehlte, klingelte es hinten beinahe im Minutentakt. Das Wolfsrudel nutzte die Schwächephase eiskalt aus und schraubte das Ergebnis immer weiter in die Höhe. Als der erlösende Halbzeitpfiff endlich ertönte, lag der RRSC mit 1:7 hinten. Langens Topscorer Sascha Fischer erzielte vier der fünf im zweiten Viertel gefallenen Wölfe-Treffer. Kann man mal machen. Sollte es das schon gewesen sein?

 

Rüsselsheim stemmt sich gegen die Niederlage

 

Mit Nichten! Man darf über die Darbietungen der Rüsselsheimer Truppe in der abgelaufenen Saison sicherlich diskutieren, auf eine Sache kann man sich bei Spielen mit Royals-Beteiligung jedoch stets verlassen: Der Unterhaltungswert ist immer gegeben. Nach einem weiteren Gegentor zu Beginn des dritten Spieldurchgangs schien die »Mission Klassenerhalt« für den RRSC in einer Voll-Katastrophe zu enden. Mittlerweile waren die Wölfe drauf und dran, das Ergebnis zweistellig zu machen. In der 37. Spielminute und bei einem Spielstand von 1:8 glaubte wohl niemand, der das Hockeyspiel verfolgte, mehr an die Spieler mit der Krone auf der Brust.

 

Genau in dieser Phase stellte Langen das Spiel ein und verlor nahezu sämtliche Anteile — und siehe da: Plötzlich klappte es auf Rüsselsheimer Seite wieder mit dem Toreschießen. Nach Hendrik Fichtners Treffer zum 2:8 ging plötzlich ein Ruck durch das Team. Die Jungs vom Sommerdamm machten nun ordentlich Alarm vor dem gegnerischen Kasten. Eine ganze Torserie brachte Rüsselsheim dann endgültig zurück ins Spiel. Timo Dombrowski, Tim Bornhausen und Christoph Brabandt trugen sich kurz vor dem Ende des dritten Viertels in die Torschützenliste ein. Plötzlich stand es nur noch 5:8. Die jetzt endlich auf Betriebstemperatur spielenden Royals spürten, dass da eventuell noch etwas gehen könnte. Die zwei Gesichter lassen grüßen!

 

Hochspannung bis zum Schluss

 

Die RRSC-Puckjäger machten im letzten Viertel dort weiter, wo sie vor der Verschnaufpause aufgehört hatten. Kurz nach dem Wiederanpfiff brachte Brabandt, der seinen zweiten Treffer des Tages bejubeln durfte, seine Mannschaft endgültig in Schlagdistanz zu den verunsicherten Wölfen, die noch immer nach ihrer Form aus dem zweiten Viertel suchten. In der 54. Spielminute klingelte es erneut im Langener Gehäuse. Janik Schwedlers Treffer sorgte für Riesenjubel auf Gästeseite. Als Goalie Jan Schneider dann auch noch einen Penalty gegen Fischer parieren konnte, schien sich das Momentum endgültig auf Rüsselsheimer Seite zu befinden. Die Royals, mittlerweile nur noch mit fünf Feldspielern am Start, Dombrowski musste nach einem Schlagschuss-Treffer am Oberarm verletzungsbedingt raus, warfen noch einmal alles in die Waagschale, doch der verflixte Ausgleichstreffer wollte einfach nicht fallen. Plötzlich war das gegnerische Tor wieder wie vernagelt.

 

So schnell wie das gerade beschriebene Momentum auf der Rüsselsheimer Bank Platz genommen hatte, machte es sich auch wieder vom Acker. Die Uhr tickte brutal gegen die Royals. Die Zeit lief allmählich ab. Kurz vor dem Schlusspfiff sorgte Langen dann noch einmal für Entlastung. Ein letztes Mal ging es nach vorne, die Scheibe landete bei Fischer, der kurz darauf mit seinem Tor zum 9:7 den Deckel draufmachte und die Aufholjagd der Royals beendete.

 

Langen bleibt damit in der Oberliga, für die Royals geht es eine Etage tiefer. Kopf hoch. In der Winterpause werden die Wunden geleckt — dann gilt es wieder anzugreifen.

 

Statistik

 

Langen White Wolves vs. Rüsselsheim Royals (14.10.2017)

 

Endstand: 9:7 (2:1|5:0|1:4|1:2)

 

Aufstellung Rüsselsheim: Jan Schneider, Tim Bornhausen,  Janik Schwedler, Christoph Brabandt, Hendrik Fichtner, Timo Dombrowski, Benjamin Groß

 

Tore Rüsselsheim: Brabandt, Schwedler (je 2), Bornhausen, Fichtner, Dombrowski

 

Vorlagen: Bornhausen (5), Dombrowski, Fichtner

 

Strafzeiten: Rüsselsheim (2), Langen (6)

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