Royals müssen sich den Hornissen beugen

Rüsselsheim Royals
Die Rüsselsheim Royals schließen die Landesliga-Saison 2016 als Vizemeister ab.

Die Rüsselsheim Royals müssen sich mit dem zweiten Platz in der HRIV-Landesliga begnügen. Im Mannheimer Friedrichspark verpasste der RRSC im Finale gegen die Nordhessen Hornets die Meisterschaft.

 

Zunächst lief alles nach Fahrplan. Im Halbfinale zeigten die Royals dank einer starken Leistung den Mannheim Monsters die Grenzen auf. Nach dreißig Spielminuten lagen die Puckjäger vom Sommerdamm mit 7:2 vorne. Damit war der Einzug ins Endspiel perfekt. Nach der Schlusssirene lagen sich die Royals-Spieler in den Armen. Es gab aber auch einen Wermutstropfen: Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung wurde Stürmer Timo Dombrowski für das Finale gesperrt.

 

Dombrowski war in der zweiten Halbzeit nach einem Bandencheck des Mannheimers Stein heftig mit seinem Gegenspieler aneinandergeraten. In der anschließenden Schlägerei ließ der Monsters-Spieler seine Handschuhe fallen und attackierte den Rüsselsheimer sogar mit dem Helm. Dombrowski ließ nur einen Herzschlag später ebenfalls die Fäuste sprechen. Am Ende der fast schon filmreifen Prügel-Arie wurden die beiden Streithähne frühzeitig zum Duschen geschickt.

 

Hornets schießen Hanau ab

 

Zuvor hatten die Nordhessen Hornets bereits das Finalticket gezogen. Im ersten Halbfinale präsentierten sich die Schwarzgelben in Torlaune und fertigten die Hanau Lobsters gleich mit 10:1 ab. Die Royals waren spätestens zu diesem Zeitpunkt gewarnt. Unmittelbar vor dem Spiel nahm Mannschaftskapitän Janik Schwedler seine Teamkollegen in die Pflicht, forderte höchste Konzentration und wies noch einmal auf die Stärke der Nordhessen Hornets hin. Da spürte man bereits, wie ernst der RRSC seine Aufgabe nahm.

 

Unglücklicher Finalverlauf

 

Danach war es endlich soweit. Gegen 14.30 Uhr wurde das Finale angepfiffen, in dem sich die besten Teams der aktuellen Landesliga-Saison duellierten. Schon in der ersten Halbzeit legten beide Teams los wie die Feuerwehr. Die Royals erwischten den besseren Start. Nach Schwedlers schönem Zuspiel gelang Tim Bornhausen der Führungstreffer. Die Hornets schüttelten sich kurz — und kamen dann auch prompt zum Ausgleich. In der rasanten Begegnung ging es dann Schlag auf Schlag weiter. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, kämpften im aufgeheizten Friedrichspark um jeden Zentimeter Boden und gaben dabei keinen Fingerbreit nach. »Schon nach wenigen Minuten dachte ich mir. Wow, was geht denn hier ab? Das Finale hatte Oberliga-Niveau«, sagte Torhüter Tom Kocurek schon in der Halbzeitpause. Da lagen die Royals übrigens mit 3:2 vorne, waren jedoch zwischenzeitlich dezimiert, weil Stürmer Stefan Hellmich in der ersten Halbzeit eine zehnminütige Disziplinarstrafe aufgebrummt bekam und in der zweiten Reihe schmerzlich fehlte.

 

Im zweiten Abschnitt schalteten die Hornets einen Gang hoch und stachen gnadenlos zu. Nach dem 3:3-Ausgleich rollten zahlreiche Angriffe auf das von Kocurek gehütete Tor. Der Druck auf die Rüsselsheimer Defensive erhöhte sich von Sekunde zu Sekunde — und schlussendlich gaben die Royals nach. Binnen weniger Minuten gingen die Nordhessen in Führung und bauten ihren Vorsprung dann auch kontinuierlich aus. Keeper Kocurek stand in dieser Phase nahezu unter Dauerfeuer. In der Schlussphase lagen die Opelstädter bereits mit 3:7 zurück. Wie vor dem Finale abgesprochen, nahmen die Royals fünf Minuten vor dem Schlusspfiff einen Torhüterwechsel vor. Kocurek wurde durch Jan Schneider ersetzt, was der Tatsache geschuldet war, dass beide Goalies im Endspiel zum Einsatz kommen sollten.

 

Ergebniskosmetik

 

Die Royals hatten in der Folgezeit zwar noch einige gute Torchancen. Mehr als Ergebniskosmetik war dann allerdings nicht mehr drin.

 

Kurz vor dem Ende verkürzte Rüsselsheim noch einmal auf 4:7, spielte zeitgleich aber auch gegen die Uhr, die gnadenlos runtertickte. Wenige Augenblicke später war die Entscheidung gefallen. Der Meistertitel der HRIV-Landesliga wandert dieses Jahr ins Hornissennest.

 

Traurige Royals

 


Bilder vom Turnier



Unmittelbar nach der Finalniederlage herrschte großer Frust im Lager der Rüsselsheim Royals. Bei der anschließenden Siegerehrung sah man in viele leere Gesichter. Kurz darauf trommelte Schwedler seine Mannschaft noch einmal in der Kabine zusammen. Der Kapitän, dem die Enttäuschung noch tief ins Gesicht geschrieben stand, bedankte sich bei seinen Teamkollegen für den Einsatz und das Engagement in der abgelaufenen Spielzeit.

 

Zugleich schwor er die Truppe darauf ein, in der kommenden Saison noch härter arbeiten zu wollen, um endlich wieder einen Titel nach Rüsselsheim zu holen. Zunächst stand jedoch Wunden lecken auf dem Programm. Nach der Heimkehr saßen einige Spieler noch am Vereinsheim zusammen und ließen die Saison bei dem einen oder anderen Bierchen Revue passieren. Und siehe da, einige Akteure konnten zu diesem Zeitpunkt bereits wieder lachen...

 

Diese Rüsselsheimer Spieler waren in Mannheim dabei: Jan Schneider, Tom Kocurek, Hendrik Fichtner, Johannes Roßnagel, Sebastian Löw, Tim Bornhausen, Janik Schwedler, Franz Schmidt, Stefan Hellmich, Timo Dombrowski, Lutz Teisler, Benjamin Groß.

 

Die Playoff-Scorer der Rüsselsheim Royals:

Name Position Spiele Tore Assists Punkte
           
Franz Schmidt Sturm 2 7 2 9
Tim Bornhausen Sturm 2 2 4 6
Janik Schwedler Sturm 2 0 4 4
Benjamin Groß Sturm 2 1 0 1
Stefan Hellmich Sturm 2 1 0 1
Hendrik Fichtner Verteidigung 2 1 0 1
Johannes Roßnagel Verteidigung 2 0 1 1
Sebastian Löw Verteidigung 2 0 1 1
           

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