Schmidt, immer wieder Schmidt

Die Rüsselsheim Royals haben bereits 27 Punkte in zehn Spielen gesammelt.
Die Rüsselsheim Royals haben bereits 27 Punkte in zehn Spielen gesammelt.

Zwei Siege und eine überraschende Niederlage: In Baunatal haben die Royals zwar ihre weiße Weste verloren. Dennoch bleibt der RRSC in der Gruppe B das Maß aller Dinge. Stürmer Franz Schmidt erzielte Tore wie am Fließband.

 

Die Rüsselsheim Royals sind nach dem  vierten Landesliga-Spieltag in Baunatal um eine Erkenntnis reicher. Wer noch vor wenigen Wochen dachte, dass die Opelstädter die Vorrunde ohne Punktverlust abschließen könnten, wurde im Sportkomplex in Nordhessen eines Besseren belehrt.

 

Schwacher Auftakt gegen Hanau

 

Gleich im ersten Spiel erwischte es die Puckjäger vom Sommerdamm. Nach zuletzt sieben Siegen in Serie in der aktuellen Landesliga-Saison musste der RRSC im Duell mit den Hanau Lobsters die erste  Niederlage der laufenden Saison einstecken. Gegen den alten Rivalen aus der Gerbrüder-Grimm-Stadt setzte es eine empfindliche 3:7-Klatsche.

 

Nach einem frühen 1:3-Rückstand kamen die Royals zwar noch zum Ausgleich. Wer nun dachte, dass sich das Momentum auf Rüsselsheimer Seite befand, wurde herbe enttäuscht. Kurz darauf erzielten die Lobsters drei Treffer binnen dreier Minuten und schickten den RRSC damit auf die Verliererstraße. Damit war der berühmte Drops endgültig gelutscht. Schlussendlich setzte sich Hanau verdient durch, was vor allem daran lag, dass die »Schalentiere« ihre Torchancen konsequent nutzten, während die Royals in der Offensive weitestgehend ohne Erfolgs-Erlebnis blieben. Auf Rüsselsheimer Seite trugen sich Franz Schmidt (2) und Heinrich Ehrig in die Torschützenliste ein.

 

Damit war die Laune natürlich im Keller. Die Spieler verfielen in Schweigen. Niemand war mit seiner Leistung zufrieden. Kurz vor dem Beginn des zweiten Spiels rief Tim Bornhausen die Mannschaft zusammen und forderte höchste Konzentration ein. Schließlich wollten die Royals keine weitere Niederlage an diesem Tag kassieren.

 

Im zweiten Spiel des Tages brannte die Mannschaft mit dem Totenschädel auf der Brust auf Wiedergutmachung. Gegner waren die Vellmar Speedbears — und die Nordhessen wurden in der ersten Halbzeit von den Royals regelrecht an die Wand gespielt. Zur Pausensirene lag Rüsselsheim schon fast uneinholbar mit 4:0 in Front. Danach geriet der Royals-Motor ins Stottern. Der RRSC musste in der Folgezeit noch einmal zittern. In einer hitzigen zweiten Halbzeit schaffte es Vellmar, noch einmal auf 4:6 heranzukommen. Viele Nicklichkeiten sorgten dafür, dass das Spiel an Fahrt verlor. Immer wieder wurde nach Herzenslust diskutiert. Ganz nebenbei lernten die Royals, welche Schimpfwörter aktuell in Vellmar angesagt sind. Viel Neues hörten die RRSC-Spieler, die sich auf der Bank köstlich darüber amüsierten, allerdings nicht.

 

Royals-Stürmer Benjamin Groß machte den Sack mit seinem Treffer zum 7:4 endgültig zu. Am Ende lagen sich die »Königlichen« in den Armen, während in den Reihen der Bären großer Frust herrschte. Das lag vor allem daran, dass Vellmar auch im dritten Vergleich mit den Rüsselsheim Royals in der aktuellen Spielzeit als Verlierer vom Platz ging.

 

Neben Groß waren Franz Schmidt (4), Timo Dombrowski und Hendrik Fichtner für den RRSC erfolgreich. Besonders Schmidt, der 2016 in Baunatal zu seinen ersten Saison-Einsätzen kam und extra aus Bayern anreiste, wusste erneut zu überzeugen. Unglaublich, wie abgezockt der Stürmer dabei unterwegs war. Der Lohn: Dem vierfachen Torschützen gelang zwischen der fünften und der neunten Spielminute ein lupenreiner Hattrick. Einziger Wermutstropfen war, dass sich Harald Krekeler, der bis zu diesem Zeitpunkt eine bärenstarke Partie machte, ohne Gegnereinwirkung verletzte. Der Stürmer konnte im Anschluss nicht mehr weiterspielen und wird voraussichtlich drei Wochen ausfallen. Wir wünschen ihm gute Besserung.

 

Kantersieg gegen Baunatal

 

Kurz darauf mussten die Royals gegen den Gastgeber ran. Gegner waren die Pinguine Baunatal — und der RRSC konnte sich dabei erneut auf Schmidts Treffersicherheit verlassen. In einer fairen Partie erwischte Baunatal zunächst den besseren Start.  In der fünften Spielminute brachte Sascha Scheibner sein Team in Front. Im Gegensatz zur Auftaktpartie gegen Hanau blieben die Royals allerdings locker.

 

Knappe dreißig Sekunden später schlug die Mannschaft mit dem gekrönten Totenschädel auf der Brust zurück. Der überragend aufspielende Schmidt besorgte den Ausgleich — und die Nummer Acht der Rüsselsheim Royals hatte damit noch lange nicht genug. Bis zur fünfzehnten Spielminute schraubte Schmidt den Vorsprung auf 3:1 in die Höhe. Damit gelang ihm sein zweiter Hattrick des Tages. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Wiederanpfiff erzielte Rüsselsheim Tore wie am Fließband. Am Ende konnte der RRSC einen mehr als verdienten 9:2-Sieg feiern. Die weiteren Treffer erzielten Schmidt (2), der an diesem Tag kaum zu halten war, Tim Bornhausen, Dombrowski und Ehrig.

 

Die Royals sind auch nach dem zehnten Spieltag souveräner Tabellenführer der Gruppe B. Insgesamt haben die Opelstädter bislang 27 Punkte gesammelt. Bemerkenswert war die Leistung von Franz Schmidt. Der Stürmer erzielte elf Treffer in drei Spielen. Auch Benjamin Groß spielte tadellos auf und bekam gleich fünf Scorerpunkte gutgeschrieben. Hendrik Fichtner, der Janik Schwedler als Kapitän vertrat, erwischte ebenfalls einen Sahnetag. Der Verteidiger hielt hinten den Laden dicht und sorgte in der gegnerischen Hälfte immer wieder für viel Betrieb.

 

Für die Royals waren folgende Spieler in Baunatal aktiv: Schneider - Fichtner - Teisler - Stromberg - Schmidt - Krekeler - Groß - Ehrig - Dombrowski - Burghardt - Bornhausen - Roßnagel

 

Spielerstimme zum Turnier

Lutz Teisler: »Im Großen und Ganzen war es eigentlich ein erfolgreiches Wochenende. Beim ersten Spiel gegen Hanau waren wir noch nicht richtig angekommen. Vielleicht sind wir mit den Gedanken noch auf der Autobahn gewesen. Keiner war zu diesem Zeitpunkt richtig munter. Wir haben dann zu viele leichte Fehler gemacht und den Gegner zum Kontern eingeladen. Im Verlauf des Turniers kamen wir immer besser zurecht, was sich dann auch gegen Baunatal auf der Ergebnis-Anzeige bemerkbar machte.«

 

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